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Inhaftiert – Erste Schritte und Informationen für Familienangehörige, Partner*Innen und Freunde                                                                                                                                                                                                     

Gefühle und Gedanken

Zunächst einmal gilt es Ruhe zu bewahren. Alles verändert sich sehr plötzlich. Viele Angehörige berichten von Unsicherheit, Ängsten und Selbstvorwürfen in der Zeit der Inhaftierung eines Angehörigen. Wichtig ist es zunächst neue Routinen im Alltag auszumachen bzw. die alten Routinen aufrecht zu erhalten. So kann Sicherheit in dieser turbulenten Zeit bewahrt werden.

Meist wird die Gefangenschaft zu Beginn dem Umfeld verheimlich, dies führt jedoch meist zu hohem emotionalem Druck bei den Angehörigen. Voreingenommenheit und Vorurteile schlagen Betroffenen entgegen und das Selbstbewusstsein leidet. Ein offener Umgang mit der Situation erleichtert die emotionale Last. Gespräche über die Lage mit vertrauten Personen oder in Angehörigengruppen können ebenfalls helfen.

Viele Fragen bleiben zunächst offen, doch das Gefängnis ist kein ungeordneter Raum und vieles wird sich im Laufe der Zeit aufklären. Zusätzliche Hilfsangebote gibt es bei Sozialarbeiter*innen, bei Freien Trägern wie der Freien Hilfe Berlin e.V., Drehscheibe Alter, Tamar, ifgg uvm., sowie Psycholog*innen, Pastor*innen und Pfarrer*innen. Die genannten Dienste geben gerne Auskunft über weitere Möglichkeiten.

 

Eine Liste mit Hilfsangeboten finden Sie hier [QR-Code zu https://www.netzwerk-haftentlassung-berlin.de/index.php/adressen-und-kontakte/27-angebote-familien-und-angehoerigenarbeit ]

 

Was ist mit Kindern?

Es ist besonders wichtig den Kindern gegenüber offen zu sein. Durch eine besonnene altersgerechte und behutsame Erklärung weiß das Kind, dass es an der aktuellen Lage keine Schuld trägt. Für die Zukunft ist es wichtig die Polizei nicht als Feindbild anzusehen. Das Schaffen und Beibehalten von alltäglichen Routinen verhelfen zu mehr Stabilität, Sicherheit und Struktur. Der QR-Code oben bietet ebenfalls eine Vielzahl von Berliner Hilfsangeboten speziell zu Kindern. Es empfiehlt sich den Erstbesuch ohne Kinder zu unternehmen, da zu dem Zeitpunkt viele organisatorische Dinge zu klären sind.

à Hinweis auf Kinder-Seite

 

HIer gibt es:

 

 Informationen für Erwachsene

                                                                                                       hier entlang!

 Informationen für Kinder

                                                                                                 hier entlang!

 

 außerdem:

 

Spielideen für den Besuch im Gefängnis

 

 Spiele (keine weitere Materialien erforderlich)
 Suchbild (ab 6) hier entlang zum Ausdrucken

 

 Spiele, für die man nur Stifte braucht:
 Ausmalen (ab 2) hier entlang zum Ausdrucken
 

 

Spiele, für die man Schere und Stifte braucht:

Rätsel (ab 8)   hier entlang zum Ausdrucken

 Basteln (ab 6) hier entlang zum Ausdrucken
 
 
 
   

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Informationen für Kinder

Mein Papa ist im Gefängnis

Was heißt das eigentlich? Dein Papa hat etwas Verbotenes gemacht und muss jetzt eine Zeit lang in einem Gefängnis wohnen. Er ist dort mit vielen anderen Gefangenen zusammen. Dort wohnt er in einem Zimmer, meistens geht er dort auch arbeiten. Er macht im Gefängnis auch Sport, er schläft und isst dort.

Was nicht geht: Er kann nicht rausgehen, um Dich zu besuchen. Und er darf auch kein Handy benutzen, um Dir Nachrichten und Fotos zu schicken oder dich anzurufen. -> Aber dafür darfst Du im Gefängnis zu Besuch kommen.

Zu Besuch im Gefängnis

Um Deinen Papa im Gefängnis zu besuchen, muss ein Erwachsener Euch anmelden und dich begleiten. Ein Besuch im Gefängnis ist ganz anders als bei jemandem zu Hause. Am Eingang muss man warten und darf nicht alleine herumlaufen. Die Menschen, die dort arbeiten, haben eine Uniform an, sie sehen ein bisschen aus wie Polizisten.

Hier kannst Du sehen was bei einem Besuch passiert: Caritas

Du kannst einen Brief schicken

Wenn Dein Papa im Gefängnis ist, kannst Du ihn nicht oft sehen. Aber das kannst Du machen: Du kannst einen Brief schreiben. Wenn Du noch nicht schreiben kannst, kann vielleicht deine Mama oder jemand anderes Dir dabei helfen. Dein Papa freut sich auch, wenn Du ein Bild malst!

Um den Brief an Deinen Papa zu schicken, schreibst Du seinen Namen und die Adresse der Justizvollzugsanstalt (so sagen die Erwachsenen zu Gefängnis) auf den Umschlag, zu Beispiel so:

Vorname und Nachname von Papa

Justizvollzugsanstalt Tegel

Seidelstr. 39

13507 Berlin

Hier findest Du die Adressen der Gefängnisse in Berlin:Link Anstalten.

Lass Dir von einem Erwachsenen helfen, um einen Brief zu schicken!

Ganz viele Fragen

Für viele Kinder ist es schwierig, wenn der Papa im Gefängnis ist. Auch Mama hat jetzt viele Sorgen. Wenn du etwas nicht verstehst, ist es gut, wenn du deine Mama fragen kannst. Oder du findest hier jemanden, mit dem du sprechen kannst und der sich auskennt: Link juki und Caritas

Hier gibt es auch Antworten auf Fragen, die andere Kinder schon gestellt haben: link FAQ

Wenn jemand ins Gefängnis gekommen ist, ist das oft schwierig für die Kinder und Erwachsenen. Manchmal braucht man Hilfe. Hier findet Ihr und Eure Familie Hilfe, zum Beispiel wenn es Probleme mit der Wohnung oder mit Geld gibt: link netzwerk

Im Besuchsraum

Wenn Ihr schon größer seid, seid Ihr es ja schon gewohnt, dass alle eine Maske tragen müssen. Wegen Corona müssen alle Abstand halten muss und es kann sogar sein, dass Papa hinter einer Scheibe sitzen muss.

Auf dieser Seite wird noch mehr erklärt warum Besuche in der Corona-Zeit anders sind: link

Im Gefängnis sieht es nicht so aus wie zu Hause im Wohnzimmer. Manchmal sind auch noch Fremde dabei, wenn man mit Papa verabredet ist. Manchmal weiß man auch gar nicht genau was man sagen soll. Dann ist es schön, wenn man zusammen ein Spiel spielen kann. Hier gibt es Ideen: Seite mit Spielen und Vorlagen

  • Stadt Land Fluß/ Schiffe versenken
  • Fingerspiele an der Trennwand, Lieder singen und tanzen

Bücher

Es gibt verschiedene Bücher für Kinder und Eltern, bei denen einer aus der Familie im Gefängnis ist. Die Bücher sind zum Vorlesen und Selberlesen, und eine Liste findet Ihr hier: https://www.netzwerk-haftentlassung-berlin.de/index.php/literatur

Viele Inhaftierte haben Anspruch auf Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch. Das heißt, dass der Erst- oder Wiederbezug beantragt werden muss. Die Zuständigkeit des Jobcenters beginnt erst nach der Haftentlassung. Wichtig ist daher die Vorbereitung auf das komplexe Verfahren bereits während der Haft. In der Haft können die Inhaftierten sich an die Resoberater/-innen der Agentur für Arbeit wenden.

Weiterlesen: Sicherung des Lebensunterhaltes

Wohnraumerhalt während kurzer Haftstrafen und Wohnraumbeschaffung nach der Entlassung stellen Inhaftierte und Haftentlassene oft vor sehr große Herausforderungen.  Ein fester Wohnsitz beeinflusst nicht nur die eigenen Startchancen positiv, sondern entscheidet auch über eine Reihe administrativer Vorgänge, wie etwa die Zuordnung zu einem Jobcenter, deren Zuständigkeit nach dem Wohnortprinzip gilt.

Weiterlesen: Wohnen

Schulden zu haben und die daraus resultierenden Konsequenzen nicht alleine bewältigen zu können, ist eines der am häufigsten genannten Probleme von inhaftierten Menschen. Verschuldet zu sein kann dabei nicht nur für die betroffene Person sondern auch für deren Familie existenzbetrohend sein. Die folgenden Kontaktdaten sollen dabei helfen, in einer Krisensituation Hilfe zu finden. Die Informationen und Materialien auf diesen Seiten geben aber auch Hilfestellung dabei, Schulden zu vermeiden.

Weiterlesen: Schulden

Die Einbindung in ein funktionierendes soziales Netz in und nach der Haft wirkt rückfallpräventiv. Viele Inhaftierte und Haftentlassene haben keine stabilen familiären Bindungen. Dies hängt zum einen mit psychosozialen Faktoren zusammen, aber auch administrative Faktoren spielen eine wichtige Rolle. Der Kontakt zu Behörden und Zahlstellen erfordert beispielsweise gewisse Kompetenzen, die unter Umständen erst erworben werden müssen.

Weiterlesen: Familien- und Angehörigenarbeit

Frauen haben in vielen Bereichen einen besonderen Beratungsbedarf bzw. sind in der Beratungs mit Frauen andere Themen wichtig als bei Männern. Im Folgenden finden Sie daher Informationen und Materialien, die vor allem für Frauen relevant sind.

Weiterlesen: Informationen und Materialien für Frauen

Ein großer Anteil von Inhaftierten in den Berliner Justizvollzugsanstalten hat keinen deutschen Pass. Zu allen übergangsrelevanten Faktoren, die den Einstieg in ein straffreies Leben ohnehin zu einer Herausforderung werden lassen, kommen bei ihnen weitere ausländerrechtliche Fragestellungen hinzu.

Weiterlesen: Migration und Integration

Psychosoziale Themen haben einen großen Einfluss auf das Gelingen oder Nicht-Gelingen der Integration nach der Haft. Die im Netzwerk identifizierten Problemfelder sind dabei: Soziale Kompetenzen, Konfliktbewältigung, Umgang mit Gewalt, Tataufarbeitung und die Reflektion der eigenen Situation.

Weiterlesen: Gesundheit und Psychosoziale Themen

Drogenkonsum und Abhängigkeit sind übergangsrelevante Themen. Mitunter kommt es vor, dass bereits zum Zeitpunkt der Inhaftierung eine Abhängigkeit besteht, die in der Behandlung und der Entlassungsvorbereitung berücksichtigt werden muss. Die Teilnahme und Zuordnung zu den vollzugsinternen Maßnahmen und Behandlungen hängen vom gesundheitlichen Zustand der Inhaftierten ab. Hat in der Haft eine Substitution der Betroffenen stattgefunden, so ist darauf zu achten, dass diese im Rahmen des Übergangsmanagements fortgeführt wird.

Weiterlesen: Sucht und Drogen

In den Berliner Justizvollzugsanstalten wirken an verschiedenen Stellen ehrenamtliche Helferinnen und Helfer mit.

Weiterlesen: Ehrenamt im Strafvollzug

Die Anzahl von Inhaftierten, die älter als 50 Jahre alt sind, steigt in den Berliner Justizvollzugsanstalten. Auf den folgenden Seiten finden Sie Angebote und Informationen speziell für die Zielgruppe der Seniorinnen und Senioren.

Weiterlesen: Ältere Inhaftierte

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